Bergrettung Ehrwald
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Ausflug zur Wildspitze
Das schöne Wetter am Hohe Frauentag (15. August 2012) nutzten Mitglieder unserer Ortsstelle zu einem aufregenden Ausflug zur Wildspitze.

Der Hohe Frauentag, 15. August 2012, versprach ausgezeichnetes Wetter. So nutzte die Bergrettungsortsstelle Ehrwald diesen Tag, um kurzfristig einen BR-Jugendausflug zur Wildspitze zu organisieren. Zusätzlich zu den 5 Jugendbergrettern machten sich dann auch noch einige Erwachsene mit auf den Weg, sodass wir insgesamt mit 3 Fahrzeugen und 15 Personen ins hintere Pitztal aufbrachen.
Die Pitztaler Gletscherbahnen legten um 7 Uhr eine Sonderfahrt für Bergsteiger ein, welche uns einen frühen Abmarsch ermöglichte.

Es bildeten sich 2 Gruppen. Der Großteil der Mannschaft machte sich an den Normalweg und eine kleinere Gruppe mit 5 Mann an den sogenannten "Jubelgrat", den firnigen Ostgrat der Wildspitze.

Karlheinz Grübler / 2012_08_15_spalten / Zum Vergrößern auf das Bild klickenAufgrund der starken Ausaperung und der warmen Verhältnisse brach die Gruppe am Normalweg die Tour relativ rasch ab. Die Spaltengefahr war einfach zu groß und man wollte der Jugend kein risikoreiches Bergsteigen vorleben, sondern Vorsicht und Sorgsamkeit. Diese Gruppe, unter der Führung von Lisi, Regina und Stefan, vergnügte sich dann im Bereich der großen Spalten am Taschachgletscher mit Spaltenbergung und Wandern durch den Gletscherbruch.

Die zweite Gruppe (Ricci, Wouter, Bäck Andi, Manni, Heinz - ich) erreichte gegen die Mittagszeit über den Ostgrat den Nordgipfel der Wildspitze. Auch wir hatten mit zahlreichen Spalten zu kämpfen, aber da wir ja alle ausgereifte Bergretter waren, stellte sie für uns kein Problem dar. Ricci plante, den Abstieg mittels Gleitschirm zu bewältigen.

Karlheinz Grübler / 2012_08_15_gleitschirm / Zum Vergrößern auf das Bild klickenDie Verhältnisse für einen schönen Flug schienen ausgezeichnet zu sein, der Wind stand gut und dem Start somit nichts mehr im Wege. Nach mehrmaligen erfolglosen Startversuchen war Riccis Wille, den Start durchzuführen, immer noch ungebrochen - ich war da schon etwas skeptischer. Trotzdem schien der nächste Start endlich zu glücken.

Beherzt rannte Ricci in die Nordwand hinein, der aufgestellte Schirm über ihm. Nur - es blieb beim rennen. Wir versuchten so gut es ging in die Nordwand zu schauen und warteten, dass Ricci mit seinem Schirm wieder auftauchte und Richtung Tal flog. Aber es kam kein Ricci mehr. Schön langsam wurde allen klar, dass der Start missglückt war und Ricci abgestürzt sein musste.

Wir machten uns, nach kurzer Sammlung und Absprache, sofort an den Abstieg über den Nordgrat, der unmittelbar links der Nordwand hinunter führt. Immer wieder rief ich "Ricci!" in die Nordwand hinein. Keine Antwort. Plötzlich ein leises "Heinz!", was die Hoffnung auf einen lebenden Ricci wieder steigen ließ.
Im unteren Drittel der Wand kann ich ihn, mitten in der Wand auf einigen kleinen Felsköpfen sitzend, ausmachen. Es ging ihm gut und er schien unverletzt zu sein.

Sofort wurde eine Kameradenrettung eingeleitet und ein Stand aufgebaut. Ich querte, soweit es ging, in die Nordwand hinein und holte meine drei Kollegen nach. Während Wouter und Manni einen Totmannstand bauten, begann ich, gesichert von Bäck Andi, in die Wand hinein zu queren.

Anfänglich waren Schneeverhältnisse, dann folgte Blankeis. Es waren ca. 80m Quergang, welche ich mit 4 Eisschrauben absicherte. Bei Ricci angekommen, meinte er, dass er unglaublich froh sei mich zu sehen. Ich war es auch. Ich nahm Ricci kurz vor mir ans Seil und gemeinsam machten wir uns auf den Rückweg durch die Wand.

Bei den Kollegen angekommen, erlaubten wir uns eine kurze Rast. Manni, dem sein Isostargetränk und die Aufregung auf den Magen geschlagen hatten, kotzte sich einmal kurz, aber heftig, die Seele aus dem Leib. Wir meinten schon, dass jetzt, wo Ricci gerettet war, nun Manni den Hubschrauber benötigte. ;-)

Der Abstieg erfolgt wieder über den Gletscher und am Mittelbergjoch trafen wir wieder auf die restliche Mannschaft. Diese hatte Riccis Absturz aus der Ferne beobachtet und war unglaublich froh, Ricci wohlauf zu sehen.

Rückfahrt, Ein- und anschließende Heimkehr verliefen ohne Probleme. Den Sonnenuntergang konnten wir, unterm Bergrettungsheim sitzend, bei einem kühlen Bier genießen und uns freuen, dass wir alle wieder gesund daheim waren.

Karlheinz Grübler


Bilder des Ausflugs
Bilder des Ausflugs bei Bergprofi
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