Bergrettung Ehrwald
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Bergung aus der Neuen Welt
Nach 22 Stunden konnte ein Bergrettungseinsatz aus der Neuen Welt in Ehrwald erfolgreich beendet werden.

Am Donnerstag, 20.1.2011, erreichte uns kurz vor 17 Uhr ein Notruf zweier Alpinisten, die in der Neuen Welt, einer schwierigen Steilabfahrt, fest saßen. Ein groß angelegter Einsatz lief an, um die Beiden aus ihrer misslichen Lage zu befreien.

Kurz nach dem Notruf fuhren vier unserer Kameraden (Stefan Schennach, Bernhard Lutnig, Riccardo Mizio, Karlheinz Grübler) zum Zugspitzgipfel, um von dort zur Einfahrt in die Neue Welt zu gelangen. Die schwierige Abfahrt bei 20 cm Neuschnee brachten sie trotz dichten Schneefalls schnell hinter sich. An der Abseilstelle trafen sie auf die beiden Opfer. Nach der Bergung des bereits abgeseilten Skifahrers seilten sich die sechs über die richtige Rinne ab. Am Fuß derselben war aber die Lawinengefahr bereits sehr groß, Lockerschneelawinen sausten vermehrt über ihre Köpfe in die Tiefe, sodass sie sich entschieden, die Nacht in einer geschützten Nische zu verbringen.

Nachdem sie eine Schneehöhle gegraben hatten, waren sie zumindest vor der beißenden Kälte geschützt. Im Minutentakt rauschten nun die Lawinen über die in Not Geratenen hinab.

In der Zwischenzeit wurde im Tal schon alles für den kommenden Tag vorbereitet. Zwei Hubschrauber, weitere Kameraden sowie ausreichend Tee und trockene Kleidung wurden organisiert. Jeder sehnte sich das Tageslicht herbei, die Untätigkeit in der Nacht war für alle eine harte Probe.

Frühmorgens war der Bergrettungsraum schon gut gefüllt mit Kameraden und Alpinpolizisten. Trupps wurden zusammen gestellt, Strategien besprochen, Ausrüstung ausgewählt und sortiert. Und dann begann das große Warten.

Immer wieder machte uns das Wetter einen Strich durch die Rechnung, an einen Hubschraubereinsatz war nicht mehr zu denken. Auch an eine Rettung von der Neuen Welt aus war nicht zu denken, wie eine zum Gipfel geschickte Mannschaft fest stellte. Durch die Rinne von unten zu den Opfern vorzudringen, war aufgrund der nicht abschätzbaren Lawinensituation in der Rinne nicht möglich.

Gegen Mittag geschah dann ein kleines Wunder: Eine Lawine fegte den Großteil des Schnees aus der Rinne, sodass erstmals an einen eigenständigen Abstieg gedacht werden konnte. Nach ausführlichen Diskussionen entschied sich die Gruppe schließlich, die Abfahrt zu wagen. Durch Seile gesichert fuhren sie einzeln ab und konnten so sehr schnell und ohne weitere Probleme die Holzerwies erreichen. Dort wurden sie schon von einer am Vormittag aufgestiegenen in Empfang genommen und mit Getränken und Essen versorgt.

Wir sind alle überglücklich, dass dieser Einsatz positiv abgeschlossen werden konnte. Die Freude über die heile Rückkehr unserer Freunde und Kameraden war extrem groß.

Wir möchten uns auch ganz herzlich bei der Alpinpolizei, dem Roten Kreuz Ehrwald, der Freiwilligen Feuerwehr Ehrwald und der Bergrettung Ortsstelle Lermoos für ihre Unterstützung und Einsatzbereitschaft bedanken. Wieder einmal hat sich gezeigt, dass die Vereine in Ehrwald und den Nachbargemeinden fest zueinander stehen und sich gegenseitig unterstützen, wenn Not am Mann ist.

Links zu externen Berichten:
Bergprofi Ehrwald
Bergrettung Österreich
Landespolizeikommando Tirol (Teil 1, Teil 2)
Tiroler Tageszeitung
ORF Tirol
Krone
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